Besondere Wuchsformen
Hokidachi
Bei einem Hokidachi handelt es sich um die so genannte Besenform. Sie ist vor allem bei europäischen Laubbäumen zu finden. Charakteristisch für die Bonsai-Form ist ein kurzer, gerader Stamm. Von diesem Stamm gehen etwa in gleicher Höhe alle Äste sternförmig ab und verzweigen sich dann gleichmäßig zu einer runden oder ungleichmäßig dreieckigen Krone. Der Fuß des Stammes ist gleichmäßig und ausgeprägt.
Nebari
Bei einem Nebari (Übersetzung: „Wurzelansatz“) ist die Wurzel des Bonsai-Baums zum Teil sichtbar. Bei dieser Stilform liegt das Hauptaugenmerk auf der Wurzel. Der Stamm sollte deshalb kürzer sein, als bei anderen Formen. Vorbild für die Gestaltung eines Nebari sind oft Mangroven oder auch Bäume, deren Wurzel durch starken Regel freigelegt wurde.
Ikada
Der Ikada ist ein Bonsai in „Floßform“. In freier Natur entsteht ein solcher Baum durch Entwurzelung. Dabei bilden sich aus den bisherigen Seitenästen des Baumes eigenständige Bäume (generell meist fünd oder sieben, in der Regel ist die Anzahl ungerade) und bilden einen Hain. Jeder einzelne neue Baum hat einen Stammfuß, durch den Stamm des entwurzelten Baumes sind aber alle Bäume miteinander verbunden.
Bei der Gestaltung sollte man darauf achten, dass sich der Hauptbaum nicht in der Mitte befindet, damit die Bäume eine Krone bilden können, die die Form eines ungleichmäßigen Dreiecks aufweist. Die besondere Herausforderung bei einem Ikada ist die Darstellung der optischen Tiefe
Yose-ue
Bei Yose-ue handelt es sich um eine Baumgruppe (als „Waldform“ bezeichnet). Mit verhältnismäßig jungen Bäumen kann man einen Wald älter wirken lassen. Der höchste und dickste Baum ist der Hauptbaum, der sich vom Rand der Schale aus gesehen möglichst im ersten Drittel befinden solle. Alle Bäume bilden ein gemeinsames Blätterdach, dessen Krone einem ungleichmäßigen Dreieck ähnelt.
Bei der Gestaltung ist die spannungsvolle Verteilung von Freiflächen und Durchsichten sehr wichtig, Natürlichkeit kann durch die Bedeckung des Bodens mit Moos erzielt werden. Sowohl flache Schalen als auch flache Natursteine sind für die Gestaltung sinnvoll.
