Luftformen

Chu Shakan

Bei dieser Stilform handelt es sich um einen „(mäßig) geneigten“ Baum, der fast am Schalenrand platziert ist und auf der gegenüberliegenden Seit über die Schale hinausragt. Trotz der optischen Wirkung steht der Baum nach dem Bonsai-Verständnis nicht schief, sondern gibt in seinem Wuchs dem Wind nach.

Fukinagashi

Der Fukinagashi (als „windgepeitschter Bonsai“ bezeichnet) steht im übertragenen Sinne im stürmischen Wind. Windflüchter, die an Küsten, auf Bergrücken oder in Steppenlandschaften zu finden sind, dienen bei dieser Gestaltungsform als Vorbild. Bei diesem Stil wachsen die Äste und Zweige in der Regel in einer Richtung vom Stamm weg, wobei die Neigungsrichtung des Stammes auch die Richtung der Äste vorgibt.
Fukinagashi verkörpern oft eine gewisse Tragik und entspringen deshalb den Vorbildern aus der Natur.
Die Bonsai-Form kann aus einem geraden Stamm gestaltet werden, allerdings ist ein bereits geneigter Stamm von größerem Forteil.

Han Kengai

Der Han Kengai (deutsche Bezeichnung: Halbkaskade) ist dadurch gekennzeichnet, dass er sich waagerecht nach vorn oder auch leicht nach unten über den Rand der Schale neigt. Dabei bildet der erste Hauptseitenast den höchsten Punkt, auf dem eine kleine, aber nicht dominante, ungleichmäßige dreieckige oder auch runde Krone zu erkennen ist. Von dieser Krone aus verläuft der Stamm in lockeren Schwüngen nach unten.
Diese Gestaltungsform tritt in freier Natur vor allem in Felsennischen sowie unter überhängenden Felsen auf. Da sie Sonnenlicht benötigen, müssen sie waagerecht oder nach unten geneigt wachsen.
Die Schale ist beim Han Kengai höher als bei einem aufrechten Bonsai, damit die Gestaltung optisch stabil wirkt.

Kengai

Beim Kengai (Kaskade) handelt es sich um einen Bonsai, der in der Regel in einem hohen Topf oder in eine Schale auf einem hohen Podest gepflanzt wird. Bei der Gestaltung liegt der erste Ast noch über der Schale. Er bildet dabei eine kräftige Krone, die anderen Äste sowie die eigentliche Krone werden nach unten gebogen und reichen bis unter den Rand des Topfes und gelegentlich sogar bis unter das Podest. Da ein Kengai in der Natur oft an ungünstigen Orten wächst, zeigt die stark ausgeprägte Wurzel den Überlebenswillen des Baumes. Zusätzlich sichert sie das Eigengewicht ab, damit der Baum nicht aus der Schale kippen kann. In der freien Natur findet man derartige Bäume vor allem im Gebirge an Felswänden. Dort werden sie oft durch Witterung oder Schneelasten nach unten gebogen.